Seefahrt 2
 
 

So fing alles an

 

 

 

Seit frühester Jugend war es mein Wunsch, Seemann zu werden wie mein Vater. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern, die diesem Wunsch nun gar nichts abgewinnen konnten. Den Grund verstand ich erst viele Jahre später.

Nach meiner Schulzeit 1961 habe ich dann auf Drängen meiner Eltern eine dreijährige Lehre als Schiffstischler bei der AG Weser Seebeckwerft begonnen.

Meine Eltern waren der Meinung, ich solle erst einmal einen vernünftigen Beruf erlernen, zur See fahren könne ich immer noch.

Der Grundstein für meine Seemannslaufbahn war damit gelegt. Diesen Beruf konnte ich für meine Pläne nutzen.

Drei Jahre später war die Lehre beendet. Nach bestandener Prüfung arbeitete ich dann noch einige Zeit auf der Werft.

Dann wollte ich aber meinen eigentlichen Plan umsetzen: Als Zimmermann zur See, dass war mein Ziel.

Es sollte aber anfangs ganz anders kommen.

Als erstes zur Seeberufgenossenschaft und das Gesundheitszeugnis gemacht. Dann ging alles sehr schnell. Als ich nun die Gesundheitskarte für den Decksdienst in der Tasche hatte, musste das Seefahrtsbuch her. Das bekam ich auf Antrag beim Seemannsamt, aber erst, wenn ich einen Heuerschein vorweisen konnte. Lichtbilder, Personalausweis und ein polizeiliches Führungszeugnis waren kein Problem.

Mittlerweile hatte ich meine Arbeitsstelle auf der Werft aufgegeben in der Hoffnung, nun bald losfahren zu können. Das gestaltete sich schwieriger als ich dachte.

Der NDL hatte zur Zeit keinen Bedarf an Zimmerleuten.

Nun versuchte ich es bei anderen Reedereien. Ließ mich auch bei der „Paritätischen Heuerstelle“ eintragen. Immer auf der Suche nach einer Reederei vergingen die Monate.

Als „Unbefahrener“ hatte ich wenig Aussicht. Frust kam auf. Nun hatte ich es auch noch versäumt, mich beim Arbeitsamt als „Arbeitsuchender“ eintragen zu lassen. Das hatte ungeahnte Folgen für meine Rentenversicherung- was sich aber erst viele Jahre später herausstellte.

Meine Stimmung sank auf den Nullpunkt.

Dann endlich kam der Durchbruch. Der NDL bestellte mich zum „Heuerstall“ nach Bremerhaven. Nun habe ich es geschafft, dachte ich.

Die Ernüchterung kam im Gespräch mit dem Heuerbaas. Statt einer Stelle als Zimmermann bot er mir an, als „Aufwäscher“ auf dem Kombi-Frachter

MS „Schwabenstein“ einzusteigen. Küchen- und Bedienungspersonal würde gerade benötigt.

Mir wurde in Aussicht gestellt, zu einem späteren Zeitpunkt als Zimmermann fahren zu können. Da ich noch nicht volljährig war, bedurfte es noch der Einwilligung meiner Eltern.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge unterschrieb  ich dann den Heuerschein.
Jetzt konnte ich ein Seefahrtsbuch beim Seemannsamt in Bremerhaven beantragen.




MS „Schwabenstein“
Ein kombiniertes Stückgut- und Fahrgastschiff.

Beim Bremer Vulkan 1953 gebaut, hatte eine Größe von ca. 8955 BRT und eine Maschinenleistung von ca. 10550 Pse. Sie konnte eine Geschwindigkeit von 16 bis 17 kn erreichen.

Das Schiff hatte Platz für ca. 80 Passagiere in der 1.Klasse und 90 Mann Besatzung.

Es wurde überwiegend im Liniendienst nach Ostasien eingesetzt

 


 

 

 




 
 

 
 

Mein Strolchi
 
:

Alles hat seine Zeit

 
Sally
 
Sally
 
Wir wissen, daß uns der Hund nur ein Stück auf unserem Lebensweg begleiten kann.
Es aber zu begreifen, fällt schwer
Hasso & Molly
 
 
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